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17 February 2026

E-world 2026: Wenn Komplexität zum eigentlichen Gespräch wird

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February 17, 2026
Die E-world 2026 in Essen fühlte sich anders an. Es war erst unsere zweite Teilnahme und doch fühlte es sich an, als würden wir an einen vertrauten Ort zurückkehren. Nicht nur, weil triPica bereits seit 2018 mit deutschen Energieversorgern und Stadtwerken zusammenarbeitet, sondern weil sich der Ton der Gespräche spürbar verändert hat.
E-world 2026: Wenn Komplexität zum eigentlichen Gespräch wird

Deutschland bleibt Europas größter und wettbewerbsintensivster Energiemarkt: Mehr als 50 Millionen Messpunkte, über tausend Stromlieferanten und eine der höchsten Wechselquoten auf dem Kontinent. Lange Zeit wurde der Wettbewerb fast ausschließlich über den Preis ausgetragen. Doch dieser Hebel greift heute kaum noch. Strukturelle Kosten halten die Tarife hoch; die Volatilität an den Großhandelsmärkten, geprägt durch erneuerbare Energien und geopolitische Risiken, verschärft den Druck zusätzlich. Und Kunden sind wechselbereiter denn je.

Ein regulatorischer Superzyklus

Treten wir einen Schritt zurück. Viele Versorger haben diese Woche ein grundlegendes Problem betont: der Wandel erzwingt regulatorische Anpassungen in einem Tempo, das der Markt kaum verkraften kann.

§14a EnWG sorgt schon heute für operative Herausforderungen. Die Smart-Meter-Regulierung bleibt in der Praxis ungelöst: unklarer Rollout, unklare Kosten, und Millionen Kunden, die noch weit in die 2030er hinein auf Bestandszählern bleiben werden. Nur rund 3% der Zähler sind heute wirklich „smart“, dennoch müssen alle Versorger bereit sein für dynamische Tarife und Flexibilitätsservices. Energieversorger müssen gleichzeitig die Zukunft gestalten und eine enorme Bestandsbasis weiter zuverlässig bedienen.

Parallel dazu entstehen neue Modelle, insbesondere im B2B-Segment. Lastgangbasierte Verträge (RLM) verbreiten sich weiter. Mieterstrom gewinnt an Attraktivität, bleibt aber abrechnungsseitig komplex.

Bemerkenswert ist: Diese Belastungen treffen Stadtwerke wie private Anbieter gleichermaßen und vielerorts herrscht Unsicherheit darüber, welcher Weg der richtige ist.

Mehrere Versorger sprachen offen über enttäuschte Erwartungen am Markt. In manchen Fällen führte dies zu einer Rückkehr zu etablierten, großen Anbietern – aus dem Gefühl heraus, dort seien sie sicherer aufgehoben. Doch es ist unklar, ob die neuesten „Cloud-Versionen“ klassischer Altsysteme tatsächlich für die operative Komplexität ausgelegt sind, die jetzt auf den Markt zukommt. Und selbst wenn die Technologie bereit wäre: Es fehlt an Fachkräften, um die Vielzahl der anstehenden Transformationsprojekte in Deutschland umzusetzen. Der Markt wirkt zerrissen zwischen dem Drang zu handeln und dem Warten auf Klarheit.

Währenddessen schreiten viele Versorger außerhalb Deutschlands schneller voran, sie treffen Entscheidungen, setzen neue Modelle um und gehen in die Umsetzung.

Deutschland steht an einem Scheideweg: Der Wille ist da, doch der Weg zur Umsetzung wird noch verhandelt.

B2B-Energie: Kann Komplexität zum Wettbewerbsvorteil werden?

Der deutsche B2B-Energiemarkt hat sich spürbar weiterentwickelt. Strom- und Gasverträge für Gewerbe- und Industriekunden orientieren sich zunehmend an indexbasierten Preisstrukturen und Flexibilitätskomponenten. Wertschöpfung entsteht heute nicht mehr durch Absatzmengen, sondern durch das Management von Volatilität, Transparenz und Risiko. Doch viele Unternehmen arbeiten weiterhin mit Excel-Schichten über veralteten Abrechnungssystemen. Diese Spannung ist inzwischen klar sichtbar. triPica verfolgt die Mission, Energieversorgern die einfache und skalierbare Betreuung ihrer gewerblichen und industriellen Kunden (B2B) zu ermöglichen. Die Plattform wurde explizit für das gesamte Spektrum der B2B-Energiewirtschaft entwickelt. Auf der E-world haben wir live gezeigt, wie unsere Kunden Primeo Energie und Evole ihre B2B-Portfoliosteuerung und Abrechnung bereits erfolgreich mit triPica managen und damit gewinnen.

Energieflexibilität erfordert IT-Flexibilität

Was triPica auszeichnet, ist Pragmatismus. Energieversorger wissen, dass Veränderung unausweichlich ist. Die Frage lautet nicht ob modernisiert werden muss, sondern wie, ohne Zuverlässigkeit, Compliance oder Vertrauen zu gefährden.

Gleichzeitig wird Deutschlands Energiesystem immer grüner. Rund 60% der Stromerzeugung stammen heute aus erneuerbaren Energien, Tendenz steigend. Wird Flexibilität zu einem Geschäftsmodell oder bleibt sie eine reine Netznotwendigkeit? Falls sie zum Geschäftsmodell wird, gilt: Flexibilität auf der Energieseite braucht Flexibilität auf der IT-Seite.

Zukunftsorientierte Versorger sollten auf anpassungsfähige IT-Plattformen setzen, die ihnen erlauben, schneller zu agieren, ohne die Kontrolle zu verlieren. Warum sich von Komplexität überrollen lassen, wenn man sie auch monetarisieren kann?

Mathieu Horn

Mathieu Horn

CEO at triPica

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