Telekommunikation + Energie: Der nächste Loyalty-Motor in Europa

Das ist längst kein Thema mehr, das man im Blick behalten sollte. Es handelt sich um eine Entwicklung, die bereits im Gange ist und sich in mehreren europäischen Märkten deutlich beschleunigt. Verbraucherinnen und Verbraucher verändern sich schnell: Sie erwarten Services, die stärker integriert, einfacher und nachhaltiger sind. Die Konsequenz: Traditionelle Geschäftsmodelle geraten unter Druck und müssen sich weiterentwickeln.
Und vor allem: Dieser Wandel beschränkt sich längst nicht mehr auf Telekommunikationsanbieter. Energie entwickelt sich zu einem deutlich breiteren Spielfeld. Renault positioniert sich bereits mit Vehicle-to-Grid-Ansätzen und nun berichtet LesEchos, dass IKEA in Deutschland den Einstieg in ein eigenes Stromangebot plant (vertrieben über einen Partner).
Die Botschaft ist eindeutig: Energie ist längst nicht mehr nur ein reguliertes Commodity-Produkt. Sie entwickelt sich zu einem paketierten, gebündelten Massenmarktprodukt – gezielt konzipiert als Instrument zur Kundenbindung.
In ganz Europa handeln Marktteilnehmer entsprechend. In Italien steigt WindTre in das Energiegeschäft ein – nicht als reiner Vertriebspartner, sondern als eigener Energieversorger. Auch Deutschland und Spanien senden klare Signale dieser Hybridisierung, getrieben von einer einfachen Gleichung: Kundenloyalität wird zunehmend teurer „einzukaufen“ und Wachstum immer schwieriger zu realisieren.
Historisch gesehen steckt die Telekommunikationsbranche in einem gesättigten Markt mit hohem Preisdruck fest. Energie kann daher zu einem äußerst relevanten Wachstumshebel werden – mit zwei sehr konkreten Effekten:
- ARPU-Steigerung: Ein Energieangebot ergänzt das Portfolio um eine weitere essenzielle Haushaltsdienstleistung und erhöht so den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde.
- Reduzierung der Kundenabwanderung (Churn): Je mehr Services ein Kunde bündelt (Telekommunikation + Energie), desto höher werden die psychologischen und organisatorischen Wechselkosten – was die Kundenbindung unmittelbar stärkt.
Doch eines ist klar: Der Einstieg in das Energiegeschäft ist kein Marketing-Add-on. Er stellt einen strategischen Wandel dar und bringt erhebliche strukturelle Herausforderungen mit sich:
- Regulierung: Der Energiemarkt ist stark reguliert, allerdings nach ganz anderen Regeln als die Telekommunikation. Konvergenz erfordert eine konsequente Einhaltung beider regulatorischer Rahmenwerke.
- IT-Systeme: Dieses Modell verlangt spezialisierte Abrechnungs- und Kundenmanagement-Systeme (BSS), die in der Lage sind, Smart Meter, komplexe Tarifstrukturen, variable Preise und kontinuierliche Energiedatenströme zuverlässig zuverarbeiten.
Genau hier setzt triPica an. Wir unterstützen Unternehmen täglich bei ihren strategischen Transformationen und begleiten sie beim Aufbau und der Einführung dieser komplexen neuen Geschäftsmodelle, von der Angebotsgestaltung bis zurImplementierung der BSS-Plattformen.





